Verleugnung durch Zeitsprung

Ich habe heute im Supermarkt, in der Warteschlange an der Kasse, zwei Menschen miteinander darüber sprechen hören, der Abstand sicherlich geringer als ein halber Meter, dass sie sich Sorgen darüber machten, wie denn wohl das Leben nach überstandener Corona-Krise sei, in was für einer Gesellschaft man dann wohl leben werde.

Auch dies ist ein wunderbares Beispiel für Verleugnung:


Die Angst vor Ansteckung, Erkrankung und möglichem Tod wird von diesen erschreckenden Inhalten abgespalten (Affektisolierung) und auf die Zeit nachher verschoben (Verschiebung). Der psychische Mehrwert besteht darin, dass das, wovor man unmittelbar Angst haben könnte, zum einen viel weiter in die Zukunft verschoben wird, und dass gleichzeitig der Inhalt der Angst dadurch reduziert wird, dass es nicht mehr um Angst vor Krankheit und Tod geht, sondern „nur“ noch darum, dass man sich in ein neues gesellschaftliches Miteinander wird einfügen müssen, dass man noch nicht kennt, und was insgesamt Mühe machen wird.

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