Solidarität der Generationen

War es im letzten Jahr noch so, dass die junge Generation, vertreten durch die Frydays-for-Future-Bewegung, die Solidarität mit der älteren Generation einforderte, die die Welt von der jüngeren Generation nur geliehen habe, und die verpflichtet sei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, weil sie die Generation sei, die über das entsprechende Know-how verfüge und über die Machtapparate bestimme, so hat sich der Appell und das Angewiesen-Sein soeben verkehrt:

Jetzt, im Zeichen der Corona-Krise, fordert die ältere Generation Solidarität ein, in dem die jüngere Generation, die statistisch weniger gravierende Verläufe einer eventuellen Infektion zu erwarten hat, ihre sozialen Kontakte einschränken möge, um die ältere Generation, die mit mehr schweren Erkrankungen und Todesfällen zu kämpfen haben wird, zu schützen.

Es wäre doch schön, wenn wir als Gesellschaft daraus lernen würden, dass es bei einem Miteinander immer darum geht, dass früher oder später beide Seiten bzw. alle beteiligten Akteure aufeinander angewiesen sein werden.

Das Ausspielen der einen Seite gegen die andere mag durchaus kurzfristig Vorteile mit sich bringen; langfristig ist es meist so, dass die eine Seite, die sich kurzfristig Vorteile auf Kosten der anderen Seite verschafft hat, sich selbst damit Nachteile verschafft, manchmal sehr nachhaltige.

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